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KONSERVIERUNG
Feuchtgetreide

Erhalt der Energie in feuchten Substraten

Schütt- und fließfähige Biogas-Substrate mit hohem Feuchtegehalt, wie z.B. Feuchtgetreide oder CCM sind während der Lagerung einem ↓ hohen Verderbrisiko und Energieverlusten ausgesetzt.

Um die Lagerfähigkeit zu verbessern eignen sich ↓ verschiedene Konservierungsverfahren.
Die Effektivität der Säurenbehandlung ist durch ↓ Versuche mit Getreide und Körnermais belegt. Die Energie bleibt bis zur Umsetzung im Biogasprozess erhalten.
 

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Mikrobenbesatz sorgt für Energieverlust während der Lagerung

Getreidekörner weisen selbst im frischen Zustand einen hohen Besatz an Bakterien, Hefen und Schimmelpilzen auf. Solange das Korn lebt, können die Zellwände einen möglichen Verderb problemlos abwehren.

Erst wenn das geerntete Getreide unter Sauerstoffzugang gelagert wird und dabei eine Kornfeuchte von mindestens 14 % und Temperaturen von über 15°C aufweist, verwandeln die Mikroorganismen die verfügbare Getreideenergie explosionsartig zu Kohlendioxid, Wasser und thermischer Energie.

Durch diese Stoffwechselaktivität steigen Wassergehalt und Temperatur im Getreidestapel. Der Verderb wird weiter beschleunigt.

Untersuchungen zur Getreidelagerung

Untersuchungen zur Getreidelagerungen ergaben, dass Getreide mit einer Ausgangstemperatur von 18°C und einem anfänglichen Feuchtegehalt von 23% bereits nach einer Woche sensorisch verdorben war!

Temeraturkurve

Hohe Temperaturentwicklungen auf 45°C belegen die Energieverluste im Getreidelager
 

Praxis: Unterschiedliche Konservierungsverfahren und ihre Vorzüglichkeit

Grundsätzlich eignen sich verschiedene Verfahren, um Feuchtgetreide oder -mais stabil zu lagern bzw. zu konservieren:

Trocknung auf Kornfeuchten unter 14 %. → sicherster Schutz vor Verlusten, hohe Kosten
Kühlung über Kühlanlagen oder Gebläse mit kalter Außenluft auf Temperaturen von unter 10°C. → kapitalintensiv; für Biogas-Getreide häufig zu teuer
Gasdichte Lagerung unter CO2-Milieu in Hoch- oder Horizontalsilos. → kapitalintensiv; für Biogas-Getreide häufig zu teuer
Silierung mit Wasserzusatz (erfordert eine erhöhte Sorgfalt beim Einstellen des optimalen TS-Gehaltes in Abhängigkeit vom Substrat) → kapitalintensiv; durch die einfache Verarbeitbarkeit des eingeteigten Getreides findet die Flüssiglagerung trotz hoher Kosten immer wieder Anwendung
Silierung unter Luftabschluss → ermöglicht eine kostengünstige und gleichzeitig sichere Konservierung von feuchtem Futtergetreide bzw. -mais solange das Silo verschlossen bleibt; nur bei Einsatz biologischer Siliermittel auch nach Öffnung des Silos sicher
Chemische Konservierung mit organischen Säuren, Harnstoff oder Natronlauge → ermöglicht eine sichere und gleichzeitig kostengünstige Lagerung und Konservierung von feuchtem Futtergetreide bzw. -mais ohne weitere Behandlung


Unterschiedliche Konservierungsverfahren als PDF
 

Versuch zur Getreidekonservierung


Getreidekonservierung
Zur Konservierung von Getreide wurden in Köllitsch (Dr. Steinhöfel) Temperaturmessungen in Versuchssilos durchgeführt.

Der Versuch zeigt, dass nur bei mit Propionsäure behandeltem Getreide und bei siliertem Getreide eine verlustarme Lagerung möglich ist. Beim silierten Getreide blieb nach Öffnen des Silos lediglich das mit biologischem Siliermittel behandelte Getreide stabil.

Temperaturentwicklung bei Feuchtweizenlagerung bzw. -konservierung.

Getreidekonservierung

Der vollständige Versuch zur Getreidekonservierung als PDF
 

Versuch zur Körnermaiskonservierung


Körnermaiskonservierung
Ein ähnlicher Versuch wurde auch zur Körnermaiskonservierung unternommen.

Das Ergebnis zeigte, dass der Zusatz von Konservierungssäuren den Trockenmasseverlust am wirksamsten reduzieren konnte. Die chemische Konservierung zeigte tendenziell geringere Trockenmasseverluste als die Silierung – mit und ohne Siliermittel.

Körnermaissilierung im Folienschlauch bzw. Konservierung und aerobe Lagerung.

Körnermaiskonservierung

Der vollständige Versuch zur Körnermaiskonservierung als PDF
 

Konservierung mit Säuren - ein weit verbreitetes Verfahren

Die Getreidekonservierung wird innerhalb der Unternehmensgruppe SCHAUMANN schon seit mehr als 20 Jahren als schlagkräftiges und kostengünstiges Verfahren für die Praxis umgesetzt. Unsere langjährigen Erfahrungen in dieser Technologie kommen auch bei der Einlagerung von Substraten in der Biogasproduktion mit dem neuen Produktprogramm BC.ACID zum Einsatz.
Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass sich die Säurekonservierung bei Getreide und auch bei der CCM-Lagerung mittlerweile etabliert hat: Geringer Technikaufwand und hohe Schlagkraft während der Einlagerung bei gleichzeitig hoher Sicherheit in der Konservierung haben dazu geführt, dass die Säurekonservierung auch in vielen Großbetrieben zum Standardverfahren bei der Getreide- und Maiseinlagerung geworden ist.